Lösungsbausteine

    Data Reconciliation

    Data Reconciliation identifiziert systematisch Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Datenbeständen, auch in mehrschichtigen Systemlandschaften. Der Baustein unterstützt drei Abgleichsformen mit steigender Komplexität und macht Datenabgleich vom reaktiven Prüfschritt zur aktiven Steuerungsinstanz in Geschäftsprozessen.

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    Business-Perspektive

    01.01

    Warum ist Datenabgleich mehr als ein technischer Prüfschritt?

    In heterogenen IT-Landschaften laufen Datenbestände auseinander. Importe erzeugen Abweichungen, manuelle Korrekturen in einem System erreichen das andere nicht, und niemand merkt es, bis ein Folgeprozess falsche Ergebnisse liefert. Die übliche Reaktion: ein Prüflauf am Monatsende, der Abweichungen auflistet, die dann manuell korrigiert werden.

    Data Reconciliation verfolgt einen anderen Ansatz. Statt Inkonsistenzen nachträglich zu finden, wird der Datenabgleich zur aktiven Steuerungsgröße: Kritische Abweichungen können Folgeschritte im Prozess automatisch blockieren, bevor fehlerhafte Daten Schaden anrichten. Der Datenabgleich wird damit vom IT-Thema zum Instrument der Prozesssteuerung.

    01.02

    Welche drei Abgleichsformen gibt es?

    Je nach Komplexität der Datenlandschaft braucht ein Abgleich unterschiedliche Tiefe. Ein einfacher Feldvergleich reicht nicht, wenn Fremdschlüsselbeziehungen, Hierarchien oder voneinander abhängige Abgleichsschritte im Spiel sind. Data Reconciliation bietet deshalb drei Stufen:

    Einzelabgleich: Direkter Soll-Ist-Vergleich eines einzelnen Informationsobjekts. Geeignet für einfache, isolierte Abgleiche.

    Eingebundene Abgleiche: Erweitern den Einzelabgleich um verknüpfte Objekte. Fremdschlüsselbeziehungen und Many-to-Many-Verknüpfungen werden automatisch in den Abgleich einbezogen, inklusive kaskadierender und hierarchischer Synchronisierung.

    Gestaffelte Abgleiche: Mehrere Einzelabgleiche in definierter Reihenfolge, gesteuert durch datenabhängige, zeitliche und prozessuale Bedingungen. Geeignet für komplexe Szenarien, in denen Abgleiche aufeinander aufbauen.

    01.03

    Wie werden Abweichungen behandelt?

    Abweichungen zwischen Datenbeständen zu finden ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, was danach passiert: Wer prüft, wer entscheidet, in welche Richtung synchronisiert wird und welche Folgeprozesse angestoßen werden.

    Das Ist/Soll-Abgleichcockpit visualisiert Abweichungen, ermöglicht die Analyse auf Datensatzebene und steuert die Synchronisierung. Anwender können gezielt entscheiden: Übernahme von Ist nach Soll, von Soll nach Ist, für einzelne oder alle Abweichungen. Für jede Abweichungsart (nur in Ist, nur in Soll, Differenzen) können konfigurierbare Aktionspunkte definiert werden, von der manuellen Prüfung bis zur automatischen Synchronisierung mit Folgeprozessen.

    01.04

    Wie wird Data Reconciliation automatisiert?

    Manuelle Abgleiche sind fehleranfällig und skalieren nicht. Wenn Datenbestände täglich oder stündlich abgeglichen werden müssen, ist eine manuelle Durchführung keine Option.

    Über den Action Scheduler können Abgleiche zeitgesteuert durchgeführt werden. Ergebnisse werden im Web bereitgestellt oder per E-Mail versendet. Gestaffelte Abgleiche können regelbasiert über SQL-Skripte aufgerufen werden, mit Parametern für Prozesse, Zeiträume oder spezifische Bedingungen. Die Synchronisierung kann manuell über das Cockpit oder automatisch nach erfolgreichen Abgleichen erfolgen.

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    Technische Details

    02.01

    Wie wird ein Einzelabgleich konfiguriert?

    Die Erstellung erfolgt zentral oder aus der Tabellendefinition heraus. Drei Wege zur Bestimmung der Informationsobjekte: Ist-Tabelle aus Soll-Tabelle erstellen, Soll-Tabelle aus Ist-Tabelle erstellen, oder zwei bestehende Tabellen verknüpfen.

    Bei der automatischen Erstellung generiert das System die Tabelle, der Entwickler wählt die zu übernehmenden Attribute und Fremdschlüssel. Pro Attribut wird festgelegt, ob es abgeglichen werden soll oder nach erfolgreicher Synchronisierung automatisch übernommen wird.

    02.02

    Wie funktioniert die Verknüpfung der Abgleichstabellen?

    Zwei Wege: Verknüpfung über SQL-Skript: ein Assistent zur Attributauswahl generiert das SQL automatisch, erweiterbar im Editor und über den SQL-Abfrage-Wizard. Modellierung: eine Visualisierungsoberfläche zeigt Ist- und Soll-Tabelle, Spalten werden per Button verknüpft, das SQL wird im Hintergrund generiert. Direkte und indirekte Fremdschlüsselverbindungen können einbezogen, zusätzliche Tabellen hinzugefügt und WHERE-Bedingungen definiert werden. Das generierte SQL ist jederzeit über „SQL anzeigen" einsehbar.

    02.03

    Wie werden Fremdschlüssel beim Abgleich behandelt?

    Für abgleichbare Fremdschlüssel prüft das System automatisch, ob Ist/Soll-Definitionen für das referenzierte Objekt existieren. Bei mehreren Definitionen stehen fünf Optionen zur Verfügung: Standard (Synchronisierung wird verhindert), erste Definition nutzen, gefilterte Definitionen prüfen, explizite Auswahl einer Definition, oder dynamische Bestimmung über ein SQL-Skript.

    Fehlermeldungen werden im Cockpit angezeigt.

    02.04

    Wie funktionieren eingebundene Abgleiche technisch?

    Eingebundene Abgleiche erweitern den Einzelabgleich um Fremdschlüssel- und Many-to-Many-Beziehungen. Bei Fremdschlüsselbeziehungen: kaskadierende Synchronisierung entlang der Parent-Child-Hierarchie, konfigurierbare Regeln für Erstellung, Aktualisierung und Löschung von Objekten und Beziehungen, abweichende Vergleichsattribute pro eingebundenem Abgleich.

    Bei Many-to-Many-Beziehungen: Prüfung der Zwischentabelle und der Child-Objekte, automatische Erstellung und Aktualisierung von Soll-Child-Objekten und Many-to-Many-Beziehungen, Löschung verwaister Beziehungen.

    02.05

    Wie werden gestaffelte Abgleiche erstellt?

    Definition mit Name und globalen Parametern (Zeiträume, Prozesse, Kriterien). Einzelabgleiche werden aus der Liste ausgewählt und in die gewünschte Reihenfolge gebracht. Pro Abgleich steuert ein SQL-Skript Durchführung und Bewertung: Rückgabe der relevanten IDs (Abgleich wird durchgeführt), Rückgabe von -1 (nicht durchführen, als nicht erfolgreich markieren), Rückgabe von -2 (als erfolgreich markieren unabhängig vom Ergebnis), keine IDs (Bewertung durch Entwickler definierbar).

    Die automatische Synchronisierung erfolgt nur, wenn alle Abgleiche als „erfolgreich" markiert wurden, pro Einzelabgleich oder global konfigurierbar.

    02.06

    Welche Synchronisierungsregeln stehen zur Verfügung?

    Drei Grundoptionen: Manuell: Übernahme nach Prüfung durch den Anwender im Cockpit (Standard).

    Automatisch nach Abgleich: Übernahme aller Ist-Daten in die Soll-Tabelle nach erfolgreichem Abgleich, inklusive nicht abgeglichener Attribute.

    Automatisch ohne Abgleich: direkte Übernahme für initiale Befüllungen. Bei eingebundenen Abgleichen zusätzlich konfigurierbar: Erstellung neuer Objekte, Aktualisierung bestehender, Erstellung/Löschung von Beziehungen.

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