Regelbasierte Steuerung

    Wer in Geschäftsprozessen fachliche Logik verankern will, braucht kein Entwicklerteam – er braucht den richtigen Ort. Die Regelbasierte Steuerung platziert diese Logik direkt auf der Datenebene: sichtbar, nachvollziehbar und sofort wirksam, ohne Übersetzungskette. Was das bedeutet, wird in den folgenden Abschnitten aus zwei Blickwinkeln erklärt.


    Business-Perspektive

    Warum müssen Sie heute noch Entwickler beauftragen, wenn sich Prozessregeln ändern?

    In den meisten Systemen gilt: Wer eine Geschäftsregel ändern will, schreibt ein Ticket, wartet auf eine Spezifikation, wartet auf Umsetzung, wartet auf Tests. Das kostet Zeit, Geld und Nerven – für Änderungen, die fachlich trivial sind. Die Regelbasierte Steuerung in omniSuite durchbricht diesen Kreislauf. Administratoren und Power-User definieren Regeln direkt, ohne Programmierung, in einer verständlichen Oberfläche.

    Was passiert, wenn ein Feld in einem Status nicht bearbeitet werden darf?

    Das lässt sich in omniSuite durch eine Regel auf Datentabellenebene festlegen. Sie bestimmen, unter welcher Bedingung ein Feld editierbar oder speicherbar ist – zum Beispiel nur dann, wenn ein anderes Feld einen bestimmten Wert trägt. Diese Bedingung gilt automatisch, sobald irgendeine Maske mit der betreffenden Datentabelle geladen wird. Sie modellieren einmal, und die Regel wirkt überall.

    Wie steuern Sie Prozesslogik, die von Dropdown-Auswahlen abhängt?

    Wenn eine Bearbeitung nur in bestimmten Zuständen erlaubt ist – etwa in Abhängigkeit davon, welchen Wert ein Auswahlfeld trägt – bilden Sie das direkt in der Regel ab. Sie definieren, welche Dropdown-Ausprägungen welche Felder freischalten. Kein Code, keine Zwischenschicht, keine versteckte Logik in irgendwelchen Routinen.

    Was bedeutet „maskenübergreifend“ in der Praxis?

    Es bedeutet: Eine Regel, die Sie für eine Datentabelle definieren, wirkt in jeder Maske, die diese Tabelle nutzt – egal wie viele Masken das sind. Sie pflegen die Logik einmal an einer Stelle. Konsistenz ist keine Frage der Disziplin, sondern eine Systemeigenschaft.

    Was gewinnen Sie gegenüber bisherigen Ansätzen?

    Sie tauschen reaktive Entwicklung gegen direkten Gestaltungsraum. Ihr fachliches Wissen – welches Feld unter welcher Bedingung bearbeitbar sein soll – wird nicht in Anforderungsdokumenten beschrieben und dann übersetzt. Es wird direkt eingetragen. Der Paradigmenwechsel: von „Infrastruktur bauen" zu „Regeln definieren".


    Technische Details

    Wie werden Regeln mit Datentabellen verknüpft?

    Regeln werden pro Datentabelle definiert. Sobald eine Maske geladen wird, die diese Datentabelle referenziert, wertet omniSuite die zugehörigen Regeln aus und setzt deren Wirkung unmittelbar um. Es gibt keine separate Regelverarbeitungsschicht – die Auswertung ist Bestandteil des normalen Ladevorgangs.

    Welche drei Kriterientypen stehen zur Verfügung?

    Erstens festvorgegebene Werte: Ein Feld ist editierbar oder speicherbar, wenn ein anderes Feld einen bestimmten Wert hat. Zweitens Werte von Auswahlfeldern: Die Bearbeitbarkeit wird durch die Ausprägung eines Dropdown-Felds gesteuert. Drittens konkret definierte Ausprägungen aus 1:N-Tabellen: Die Regel bezieht sich auf Zustände oder Einträge in verknüpften Detailtabellen. Diese drei Kriterientypen lassen sich kombinieren.

    Was genau steuert eine Regel – Editierbarkeit oder Speicherbarkeit?

    Beide. Sie können pro Feld und Bedingung festlegen, ob ein Feld editiert werden darf, ob der gesamte Datensatz in einem bestimmten Zustand speicherbar ist oder beides kombiniert. Die Granularität liegt auf Feldebene innerhalb einer definierten Bedingung.

    Wer darf Regeln anlegen und ändern?

    Administratoren und Power-User können Regeln direkt in der Verwaltungsoberfläche anlegen – ohne Programmierkenntnisse und ohne Entwicklerbeteiligung. Das setzt voraus, dass die Person die fachliche Logik versteht und die entsprechenden Systemrechte besitzt.

    Wie verhält sich die Regelauswertung bei mehreren Masken auf derselben Datentabelle?

    Die Regel gilt für die Datentabelle, nicht für eine einzelne Maske. Jede Maske, die auf diese Datentabelle zugreift, unterliegt automatisch denselben Regeln. Das schließt sowohl Standard- als auch kundenindividuell erstellte Masken ein. Abweichendes Verhalten pro Maske ist nicht vorgesehen – Konsistenz ist Designprinzip.

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